Aus der Rolle fallen - Wie du Mut fasst für den Jobwechsel

Ein Jobwechsel ist ein Wagnis, für das du Mut brauchst. Bevor du zum Beispiel eine Stelle antrittst, in der du zum ersten Mal Führungsverantwortung haben wirst, bekommst du verständlicherweise kalte Füße. Springst du ins kalte Wasser und machst dich selbständig mit Dekoartikeln, nachdem du zwanzig Jahre im Außendienst bei einem Küchenhersteller gearbeitet hast, brauchst du Traute.

 

Manch einer hat allerdings mehr davon, als er ahnt. Ich hatte schon des Öfteren Coachingklienten, die sich über sich selbst gewundert haben, als ihnen in unseren Gesprächen vor Augen kam, wie wagemutig sie in der Vergangenheit schon einmal waren.

 

Man kann der eigenen Courage mit ganz einfachen Mitteln auf die Sprünge helfen:

 

Die Regel der kleinen Schritte

Du brauchst deutlich weniger Mut, wenn die berufliche Veränderung, vor der du stehst, klein und überschaubar ist. Taste dich zunächst in kurzfristig machbaren Schritten in den neuen Job vor. Eine gute Methode, den ersten tastenden Versuch risikoarm zu halten, ist, ihn zu unternehmen, während du noch sicher im alten Job verankert bist (sofern du dazu die Gelegenheit hast). So behältst du die existenzielle Sicherheit, gleichzeitig bekommst du die kleine Freiheit, deine Fühler ins Unbekannte ausstrecken zu können. Mach zum Beispiel zuerst ein Praktikum oder arbeite ehrenamtlich in deinem Wunschbereich. Oder: Gibt es eine Möglichkeit, eine ganz ähnliche Tätigkeit wie die in deinem angestrebten Job auch in deiner Freizeit zu machen? Ein etwas größerer Schritt wäre: Arbeite zuerst befristet in Teilzeit in dem neuen Job, sofern das möglich ist.

 

Die Stabilitätsregel

Vergegenwärtige dir, wo du während der Veränderungsphase eine stabile Stütze hast: etwas, das sich nicht verändern wird, während du durch die Übergangsphase zu einem neuen Beruf gehst. Ein Lebenspartner zum Beispiel hält dir emotional den Rücken frei. Das kann aber auch eine stabile Wohnumgebung sein, die Familie, ein erfüllendes Hobby oder eine Menge anderer Dinge. Halte dir dasjenige immer vor Augen, das konstant bleibt, während du auf dem Entdeckerweg bist.

 

Die Altes-im-Neuen-Regel

Halte nach Dingen Ausschau, die in dem neuen Berufsfeld, das du gerade betrittst, konstant sind. Gibt es zum Beispiel eine Person, die du bereits kennst, die in diesem Feld arbeitet und dich dort einführen könnte (eine Art Mentor)? Welche deiner vertrauten Kompetenzen und Tätigkeiten wirst du in dem neuen Job wieder gebrauchen können? Ist dir die Art und Weise des Umgangs unter Kollegen in dem neuen Feld bereits vertraut, gibt es in dem neuen Feld eine bestimmte „Sprache“, die du schon kennst?

 

Die Gewöhnungsregel

Entschlossenes Verändern fällt dir umso leichter, je häufiger du dich veränderst, je weiter du auf dem Entdeckerweg durch die Arbeitswildnis also schon gegangen bist. Den nötigen Mut wirst du also mit der Zeit lernen. Nicht nur der Weg, auch der Mut entsteht beim Gehen.

 

Was hat dir bei einem Jobwechsel am ehesten Mut gemacht?

 

 

Der Autor

Peter Plöger ist gleichzeitig frei und Berufler.

Seine Arbeit als Berufe-Entdecker, Orientierer und Autor verfolgt er seit Jahren und staunt darüber, dass die Freude daran immer noch wächst.

In seinen Büchern und in seinem Projekt „Why we work“ kümmert er sich darum, dass Menschen ihre Gute Arbeit finden – die, die wirklich die richtige für sie ist.

 

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Kostenloses Ebook “Raus in die Gute Arbeit! Fünf Wege zu meinem besten Beruf“

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