Was? Kann ich das? - Deine Stärken sind Informationen für dich

Kaum jemand weiß über seine eigenen Stärken und Fähigkeiten wirklich bescheid. Klingt gelogen, ist aber wahr. Vermutlich könnte man in die Fußgängerzone gehen mit einem Mikrophon, auf Reporter machen und wahllos Leute fragen: „Was können Sie besonders gut?“ oder „Worin sind Sie stark?“ – Zwei, drei Dinge würden die meisten sicher noch nennen können. Etwas, das sie im Job häufiger tun, ein Hobby, eine hervorstechende Eigenschaft wie „Ich kann ganz gut mit Menschen“. Aber heißt das schon, dass sie ihre Stärken und besten Fähigkeiten ausgiebig kennen? Nein.


Gerade heute habe ich wieder einen Berufsorientierungskurs für Schülerinnen und Schülern gegeben. Jahrgangsstufe 11, da hatten sie erst 17, 18 Jahre Zeit, sich selbst kennen zu lernen. Und doch stellen sie oft sehr kluge Fragen. (Manchmal könnte ich vor Freude über gute Fragen anfangen zu leuchten, was mir aber nie gelingt). Die Frage, ob wir uns in dem Kurs nicht noch genauer mit den Stärken befassen können, die jeder einzelne mitbringt, ist so eine. In der Schule haben sie die Fähigkeiten und Eigenarten noch nicht praktisch ausprobieren können, die sie in einem Beruf tagtäglich gebrauchen werden. Aber es ist wichtig, sie zu kennen. Warum?

Weil sie Informationen darüber sind, wer ich bin und was ich kann.

Auch viel später als Erwachsener mit Berufserfahrung: Wenn du genau hinschaust, geben dir deine Stärken Hinweise darauf, wohin du dich entwickeln kannst, um den Beruf zu finden, der genau zu dir passt. Sie geben Richtungen an, denen du folgen kannst.

Sie allein reichen als Informationen natürlich noch nicht. Du musst dich schon noch bewegen, dich ausprobieren und praktische Erfahrungen sammeln, bevor du sagen kannst, welche Tätigkeiten dir wirklich passen. Stärken zeigen aber eine erste Richtung.


Und noch etwas: Stärken zeigen dir auch die Tätigkeiten auf, die dir leicht fallen. Wenn du dich verändern musst, tust du das am besten mit Schritten, die leicht sind für dich, also dort, wo du Stärken hast. Dann fällt es dir auch nicht mehr so schwer, viele Schritte hintereinander zu machen.


Im Coaching benutze ich gerne Stärkenanalysen. Die Leute sind immer ganz glücklich über die Zeit, die sie endlich mal mit der Frage verbringen können: „Was kann ich überhaupt“, „Worin bin ich gut“? Sie lernen dann tatsächlich etwas Neues über sich. Das beflügelt oft schon. Und in der Fußgängerzone könnten sie dem Reporter jetzt viel ausführlicher antworten.

 

Worin bist du richtig stark?

Was macht dich zu einem fähigen Menschen?

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