Warum mir jeder Jobwechsel etwas gebracht hat

Heute werde ich persönlich.

Das muss ich jetzt endlich einmal tun, denn:

Why we work ist eine Seite darüber, wie man in seinem Job glücklicher, zufriedener, erfüllter wird, indem man seinen Beruf verändert. Persönlich ist das Thema deshalb, weil ich ja nicht durch Zufall darauf gekommen bin oder weil ich morgens auf der Duschmatte ausgerutscht bin. Auf das Thema bin ich gekommen, weil es bei mir genau so gelaufen ist: Ich habe heute einen Beruf, der für mich erfüllend ist und mich zufrieden macht, weil ich mich im Laufe der Zeit ein paar Mal beruflich verändert habe. Schritt für Schritt bin ich so zu dem gekommen, was ich heute mache. Schritt für Schritt ist mir eine Arbeit zugewachsen, die mich immer weiter treibt, weil ich sie so klasse finde.

Der Weg dahin war alles andere als gerade. Wenn ich alles zusammenzähle, was ich an Jobs gemacht habe – also auch die kleinen Jobs, die nur zum Geldverdienen da waren – dann häufeln sich eine Menge ganz unterschiedlicher Beschäftigungen auf: Kurierfahrer, Theaterpädagoge, Lagerist, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Caterer, Assistent eines Schwerstbehinderten, Tanztrainer und so weiter. Ganz früher, vor dem Studium (Linguistik, wieder was völlig anderes), wollte ich eine Zeitlang Graphikdesigner werden, war sogar ein Jahr auf einer Zeichenschule.

 

Ein buntes Potpourri an Berufserfahrungen. Von allen zehre ich heute noch, weil sie mir alle ermöglicht haben, heute eine Arbeit zu haben, von der ich sagen kann, dass sie stimmig ist für mich.

 

Heute bin ich Autor, Trainer, Coach & Mentor, alles freiberuflich. Das ist also genau genommen nicht ein Beruf, es sind mehrere. Noch spitzfindiger gesagt: Ich habe eine Kombination von Berufen. Es ist eine gute Kombination, die richtig zu mir passt und mir heute sogar immer noch besser gefällt, je weiter sie sich entwickelt. Dass mir das so klar ist, liegt an den Erfahrungen mit verschiedenen Jobs, die ich bis hierhin gemacht habe.

Wenn mich jemand fragt, was ich denn eigentlich bin, sage ich, „Ich bin Autor“ oder „Ich bin Bildungsunternehmer“. Auf meiner Visitenkarte steht „Orientierer, Entdecker, Gelehrter“. Die Leute schauen immer ein bisschen irritiert, wenn sie meine Karte kriegen. Okay, „Orientierer, Entdecker, Gelehrter“ klingt eben etwas pompös, aber interessant, und führt zu spannenderen Gesprächen als müsste ich erst alle meine alltäglichen Tätigkeiten aufzählen. So war es gedacht.

Die Arbeit, die ich heute mache, ist auch nicht plötzlich en bloc da gewesen. Zuerst habe ich mich als Autor selbständig gemacht, das war 2005. Inzwischen sind ein paar Sachbücher zusammen gekommen, das vierte erscheint nächstes Jahr. Ein Fachbuch über Karrierecoaching ist gerade in diesem Monat herausgekommen. (Die Bücher findet ihr zum Teil hier auf der Why we work-Seite: www.whywework.de/peter-plöger; die ganze Liste auf meiner privaten Webseite: www.peter-ploeger.de/buch-blatt.) Seit 2011, nach meiner Ausbildung als lösungsfokussierter Berater&Therapeut, coache ich und mache Mentoring. Dazu kam etwas später Training & Personalentwicklung. Wie gesagt: Bei mir ging alles Schritt für Schritt.

 

Eins habe ich aus all den beruflichen Veränderungen mitgenommen: Es war sehr gut, notwendig sogar, dass ich all diese Veränderungen tatsächlich durchgezogen habe. Wäre ich mir zu schade dafür gewesen oder hätte ich an den „kritischen“ Stellen in meinem Lebenslauf gezögert, könnte ich jetzt nicht sagen, dass ich die richtige Arbeit habe.

Veränderungen im Beruf sind kein Scheitern. Sie bedeuten auch nicht, dass man etwas für immer aufgibt – was auch einen schalen Nachgeschmack hinterlassen kann. Es fühlt sich für manche vielleicht ein wenig nach resignieren an. Das muss es aber nicht, im Gegenteil: Eine Veränderung im Beruf ist ein Schritt hin zu einem besseren Beruf, wenn du sie richtig für dich nutzt. Ich gehe sogar noch weiter:

 

Wer die Arbeit für sich finden will, die für ihn richtig ist, der muss sich verändern.

Immer wieder. Solange bis es passt.

 

Und ich kann euch nach all meinen Veränderungen sagen: Es lohnt sich.

 

Noch ein Beispiel aus meinem Berufsnähkästchen (ich wollte ja persönlich werden): Vor einigen Jahren habe ich eine ganze Reihe privater Umbrüche durchlebt, vor allem in meiner damaligen Partnerschaft. Das war anstrengend und hat mich bis heute geprägt. Es hatte aber nichts mit meinem Beruf zu tun – dachte ich damals.

Das war falsch gedacht. Der private Tumult hat mir nämlich ein neues Arbeitsfeld eröffnet. Damals war ich schon einige Jahre freiberuflicher Autor. Ich merkte dann aber, dass ich persönliche Veränderungen sehr faszinierend fand. Sowohl bei mir selbst als auch bei anderen Menschen. Und ich sah, dass ich gerne anderen dabei helfen wollte, schwierige Umbrüche und belastende Lebensumstände leichter zu meistern. Mein Interesse an Beratung war geboren. Das war zuerst eine Überraschung für mich. Autor sein ist ja zu einem guten Teil Arbeit, bei der man sonst keine Menschenseele um sich hat.

Ich sah mich um nach Fortbildungen zum Berater, fand auch sehr bald eine – sogar in meiner Heimatstadt. (Glück gehabt! Gehört auch dazu.) Die Gelegenheit ergriff ich natürlich. Während der Fortbildung wurde mir klar, dass Beratung und Coaching vollkommen stimmig zu meiner Persönlichkeit passten. Aus dem generellen Interesse wurde also bald die Idee, eine zweite Selbständigkeit als Berater und Coach anzufangen. Startschuss gleich nach dem Ende der Fortbildung im Herbst 2011. Seitdem hat sich viel daraus entwickelt – Why we work ist der vorläufige Höhepunkt. Und es fühlt sich heute nach vier Jahren Berufserfahrung noch stimmiger an als damals.

 

Es ist wichtig, Veränderungen anzunehmen und zu realisieren, wenn man ohnehin schon ahnt, dass sie notwendig geworden sind. Deiner Nase für das Richtige kannst du viel häufiger vertrauen, als du ahnst. Sie sagt dir: Mach etwas anderes? Dann glaub ihr!

Und noch einmal: Veränderungen sind notwendig, wenn du den Beruf finden willst, der genau zu dir passt. Dann musst du auch nicht davor zurückscheuen, dich mehrmals beruflich zu verändern. Machst du es richtig, bringt dich jeder Jobwechsel näher an die Gute Arbeit heran: die Arbeit, die dir ein Leben lang bleibt.

 

Tipp: Nimm so viel an Erfahrungen mit wie möglich, egal, was du beruflich machst. Du weißt nicht, was sie dir zu einem späteren Zeitpunkt (nach einem Jobwechsel) noch nutzen werden. In jedem Fall helfen sie dir, genauer auszumachen, was dir an deiner Arbeit wichtig ist und welche Tätigkeiten genau richtig für dich sind.

 

Kurz nachdem ich den Artikel begonnen hatte, rollte das hier auf Facebook durch den Thread:




Viele Grüße und: Immer Gute Arbeit!

Peter


 

Welche Erfahrungen hast du gemacht mit Jobwechseln?

Hast du dich schon häufig verändert in deinem Beruf?

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