Ein Talent, eine Berufung, ein Job - Warum denn? Ich bin Scanner!

„Alle sagen, ich soll meine wahre Leidenschaft finden und zu meinem Beruf machen. Ich habe aber zehn Leidenschaften. Und morgen vielleicht sogar noch mehr.“


„Ich hab einen Job angeboten bekommen. Guter Verdienst, Aufstiegschancen. Aber ewig dasselbe machen? Oh Gott!“


„Ich suche Abwechslung dringender als die Aussicht, in irgendetwas ein anerkannter Spezialist zu werden.“


Wenn du dich jetzt wiedererkennst, dann bist du mit großer Wahrscheinlichkeit ein „Scanner“. Du bist dir vielleicht schon etwas fehl am Platz vorgekommen in unserer auf Kontinuität und den einen, „ernsthaften“ Beruf konzentrierten Arbeitswelt. Doch: Als Scanner musst du gar nicht erst versuchen, das eine Talent zu finden, das dich zu dem Job deines Lebens führt. Die eine, wahre Berufung hast du vielleicht gar nicht. Du hast viele Talente.

Viele Fähigkeiten und Begabungen zu haben ist nur solange ein Fluch, wie du denkst, dass du eine davon auswählen müsstest. Das musst du nicht, im Gegenteil: Du solltest deine Mehrfachbegabung zum Besten für dich nutzen. Das ist kein Zeichen von Unentschlossenheit, das ist deine aufgeschlossene und wandlungsfähige Art, an die Vielfalt deiner Möglichkeiten heranzugehen. Du bist ein Scanner. Du brauchst das Neue.


In der Arbeitswelt von heute eröffnen sich für Menschen mit vielfachen Begabungen ungeahnte Chancen. Ihnen stehen viele Abzweigungen auf ihrem Berufsweg offen:


Mosaik statt Karriereleiter  Scanner können mit einem Beruf beginnen und von diesem Kern aus in verschiedene Richtungen andere Berufe „anbauen“, z. B. als Programmiererin beginnen, sich weiterentwickeln zur Programmiererin für Content Management Systeme, daran anschließen und selbständig Webseitenoptimierung anbieten, danach wieder zurückkehren zum Kern, von dort aus in eine ganz andere Richtung gehen und elektronische Musik machen, und so fort.


Wenn Scanner ein Bereich interessiert,  in dem Anstellungen schwer zu bekommen sind, ist die Selbständigkeit eine Option. Wen es juckt, der kann selbstverständlich auch mehrere selbständige Berufe nebeneinander haben. Bei erfolgreichen Unternehmern sind Mehrfachgründungen sogar die Regel.


Ein Brotjob (siehe den letzten Blogbeitrag) hält den Rücken frei und bietet ein gewisses Maß an finanzieller Sicherheit.


Experimente machen  Alle Scanner machen irgendwann Jobexperimente, weil sie nicht für alles, was sie fasziniert, einen fertigen Beruf vorfinden werden.


Scannern stehen als Multitalenten viele Möglichkeiten offen, ihren Berufsweg zu gehen. Es wird nie ein gerader Weg sein, er wird viele Abzweigungen nehmen – und das ist auch gut so, weil es so für einen Scanner genau richtig ist.

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Comments: 2
  • #1

    Damaris (Wednesday, 21 October 2015 19:37)

    Ach herrje...und ich dachte schon ich sei einfach nur nicht zufrieden zu stellen, unbeständig...ich hab wirklich an mir gezweifelt. Danke für den Kronleuchter, den du eben über mein Haupt montiert hast!
    Das schöne dabei ist auch, dass es nie langweilig wird. Da gibts immer neue Ideen und spontane Einfälle. Vor allem kann man das bis ins höhere Alter (nicht dass ich alt wäre) treiben.
    Ich habe schon als Erzieherin, als Krankenschwester, als Arzthelferin, als Bedienung, als Verkäuferin, als Röntgenassistentin, als Therapeutin, als Masseurin, als Coach, als pädagogische Fachkraft, als Trainerin, als Mutter, als Hausfrau, als Putzfrau, als Wäscherin, als Köchin..... gearbeitet. Und jetzt im Moment habe ich einen Brotjob und zwei Selbständigkeiten. Aber ganz ehrlich...eines Tages...und der wird hoffentlich bald da sein, mach ich nur noch eines: Frei, unabhängig und vor allem Chef- und Ortsunabhängig arbeiten und dann auch mal nichts tun ;-)

    Alles Liebe,
    Damaris

  • #2

    Peter Plöger (Wednesday, 21 October 2015 21:36)

    Liebe Damaris,

    das ist ja sehr schön, dass du mit dem Artikel gleich so viel anfangen konntest! Freut mich.
    Scanner gibt es sicher viel mehr als man denkt. In unserer Arbeitswelt wirst du ja von vornherein dazu gebracht, dich zu spezialisieren so weit es geht. Spezialisierung ist angesichts der zunehmenden Flexibilisierung auf der einen Seite und dem steigenden Bedürfnis nach freierer, selbstbestimmter Arbeit nicht mehr per se eine gute Idee, denke ich.
    Du bist also weder alleine noch "komisch" oder unbeständig. Wie du schon sagst: Es wird jedenfalls nie langweilig. Ich kann das gut nachvollziehen - bin selbst auch ein Scanner, wie ich irgendwann entdeckt habe.
    Chapeau, was du schon alles gemacht hast!

    Liebe Grüße,

    Peter