Das Entdeckerprinzip, Teil1

Was ist der richtige Job für mich?

 

Das ist eine wichtige Frage. Der richtige Beruf ist ein großer Teil meines persönlichen Glücks. Aber wie finde ich ihn denn, meinen Beruf, meine Berufung? Oft höre ich dazu Ratschläge, die zuerst ganz einfach klingen: Mach dein Ding! Leb dein Leben! oder Leb deinen Traum! Es hört sich ganz schlüssig an: dein Traum, schau doch hin, da ist er, jetzt mach ihn endlich wahr, du kannst es!

Das ist jedoch nur ein guter Rat für die wenigen Menschen, die genau wissen, dass Sie ein „Ding“, einen Lebenstraum haben und was das ist. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass ich Kinderbuchautorin sein will, und dass das für immer mein Lieblingsberuf sein wird, den ich bis an mein Lebensende ausüben könnte, jetzt aber noch als Sachbearbeiterin in einem Büro arbeite – dann brauche ich lediglich einen Anschub und ein paar Ideen, wie ich zu meinem Ding hingelange. Die meisten Menschen jedoch wissen nicht so genau, was ihr Ding ist, sie haben auch keinen großen Traum und sehen „ihr Leben“ höchstens in groben Umrissen. Woher sollten sie das auch wissen?

Ich rede lieber von einer Guten Arbeit.

 

Wenn du Gute Arbeit haben willst, nützt dir ein Traum, den du nicht hast, nichts. Eine Gute Arbeit zu haben, ist ein großes Vorhaben. Eins, das sich auf jeden Fall lohnt. Eine Gute Arbeit ist die Arbeit, die für dich richtig ist, in der du nach deinen Möglichkeiten, Wünschen und Bedürfnissen zufrieden bist. Das könnten natürlich auch mehrere Berufe sein.

Das Gute an der Guten Arbeit ist, dass du keinen Traum und keinen Masterplan für sie brauchst. Du kannst dich deiner eigenen Guten Arbeit ab sofort beständig und in kleinen Schritten annähern. Gute Arbeit zu suchen heißt nämlich, dein Leben als Entdecker oder Entdeckerin zu verbringen. Dem Guten Leben näherst du dich, indem du auf Erkundungstour gehst: handele, erfahre, beweg dich.

 

Im Entdeckergang lernst du Stück für Stück immer mehr über deine Gute Arbeit und erfährst, was du tun musst, um ihr noch ein Stückchen näher zu kommen. Es ist auf jeden Fall spannend, ein Entdecker zu sein: losgehen und sich darauf einlassen, was unterwegs passiert. Das kannst du natürlich nur, weil du dich vorher gut vorbereitet hast und in deinem Gepäck alles mitnimmst, was du für eine lange Reise durch ein unbekanntes Terrain brauchst: eine Taschenlampe, die den Weg vor dir ausleuchtet (1), ein paar Instrumente (Kompass), die dein gutes Auge für die Landschaft unterstützen – beides zusammen hilft dir zu bestimmen, wo du bist und wohin es weitergehen soll – (2), ein Netz, das dir hilft, Dinge, die dir zufällig begegnen aufzusammeln und mitzunehmen (3), Proviant, den du brauchst, um immer wieder neu zu Kräften zu kommen (4), eine Rolle Papier und einen Stift, damit du unterwegs eine Karte anfertigen und das Erlebte aufschreiben kannst (5).

 

Mit der Taschenlampe fangen wir an. Um sie geht es im nächsten Blogbeitrag.


Write a comment

Comments: 0